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Forschung & Aktivitäten


 
 

Lockstockmethode im Nationalpark Thayatal



Aufgrund der Bewertungen der potentiellen Lebensräume werden Lockstöcke aufgestellt. Zur Vorbereitung fand eine Schulung der beteiligten Mitarbeiter über Material und Auswahl der Mikrostandorte statt. Verwendet werden sägeraue Holzpflöcke, an denen Baldrianköder angebracht werden. Die Wildkatze liebt diesen Duft und reibt sich an dem sägerauen Holz. Die hängen gebliebenen Haare werden gerade während der Paarungszeit (Jänner bis April) einmal wöchentlich eingesammelt und einer genetischen Analyse zugeführt.

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Mann bei Durchführung der Lockstockmethode im NP Thayatal
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Lockstockmethode im NP Thayatal
 

Broschüre: Aktiv für die Wildkatze
Ein Leitfaden zur wildkatzenfreundlichen Waldbewirtschaftung



NATURSCHUTZBUND und Österreichische Bundesforste haben gemeinsam einen Leitfaden für "wildkatzen-freundliche" Waldbewirtschaftung erstellt.
Die 24-seitige Broschüre "Aktiv für die Wildkatze" darf als Leitfaden für eine wildkatzen-gerechte Waldbewirtschaftung verstanden werden. Ausgestattet mit reichem Bildmaterial, beinhaltet sie neben einer praktischen Anwendungshilfe für Forstleute, Landwirte und Jäger auch Wissenswertes zur Biologie der Wildkatze, zur Unterscheidung von Wild- und Hauskatzen sowie Adressen von Förderstellen der jeweiligen Landesregierungen.

Die Rückkehr der Europäischen Wildkatze in ihre Heimat ist stark von Verständnis und Akzeptanz der Menschen beeinflusst. Allen voran können Forstleute, Landwirte und Jäger dazu beitragen, die Wildkatze in unseren Wäldern wieder heimisch werden zu lassen. Mithilfe der Broschüre sollen vor allem die genannten Zielgruppen zur Mitwirkung eingeladen werden. Anhand einer überschaubaren Tabelle können diese ihre Waldgrundstücke auf Wildkatzeneignung überprüfen. Je nach Ergebnis werden zahlreiche, von Biologen und Forstleuten gemeinsam erarbeitete wildkatzenfreundliche Maßnahmen vorgestellt.

Autoren der Broschüre sind der Biologe und Leiter des Tiergartens Wels, Dr. Leopold Slotta-Bachmayr, und die junge Biologin Sarah Friembichler MSc. Herausgegeben wurde der Leitfaden von den Österreichischen Bundesforsten in Zusammenarbeit mit dem NA-TURSCHUTZBUND Österreich, bei dem die österreichweite Koordinations- und Meldestelle für die Wildkatze eingerichtet ist. Der Leitfaden entstand unter Mitwirkung der Mitglieder der Plattform Wildkatze und der BIOSA. Er soll in Kursen der ÖBf für Forstpersonal, aber auch im Ausbildungsbereich der Land- und Forstbetriebe/Biosa sowie bei den Forstbehörden Verwendung finden.



Wildkatze hinterm Baum hervorguckend
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Leitfaden zur wildkatzenfreundlichen Waldbewirtschaftung
 
 

Methodik der Untersuchung: genetischen Analyse



Kriminalistische Methoden bringen den Nachweis



Die Wildkatze meidet die Nähe des Menschen, ist nachtaktiv und ausgesprochen scheu. Sie verfügt über eine perfekte Tarnfärbung und hält sich auch bei der Jagd vorwiegend im Dickicht auf. Von einer getigerten Hauskatze ist sie nur schwer zu unterscheiden.
Der Nachweis der Wildkatze ist daher ausgesprochen schwierig. Der Fang mit Kastenfallen ist sehr aufwendig, für die gefangenen Tiere mit Stress verbunden und bedarf einer ständigen professionellen Betreuung. Leichter ist der Einsatz von Fotofallen, aber hier ist die genaue Unterscheidung von der Hauskatze anhand der entstandenen Fotos oft nicht möglich. Auch die Pfotenabdrücke von Haus- und Wildkatzen lassen sich nicht zuverlässig unterscheiden.
Die Lockstockmethode ist eine einfache, aber zuverlässige Methode, Haarproben und damit genetisches Material von Wildkatzen zu erhalten. Projektleiter Thomas Mölich und seine Mitarbeiter haben in den letzten Jahren die Lockstockmethode in verschiedenen Wildkatzengebieten Deutschlands erprobt und weiterentwickelt.
Bild einer Fotofalle
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Bild einer Fotofalle
 
Das in durchsichtigen Probebeuteln gesammelte Material wird vorsortiert. Leicht zu erkennende Wildschweinhaare und ähnliche nicht typische Haarproben werden entfernt. Die Haarfunde werden an das Forschungsinstitut Senckenberg in Deutschland geschickt.
Vor der genetischen Analyse muss die nur in winzigen Spuren im Haar enthaltene DNA (Desoxy-ribonucleic-Acid) herausgelöst und für die geplante Analyse vervielfältigt werden. Letzteres geschieht mit Hilfe der sogenannten PCR - Methode (Polymerase - Kettenreaktion).
Um zu klären, ob die gefundene Probe zu einer Haus- oder zu einer Wildkatze gehört, werden die Basenpaare der mitochondriellen DNA entlang eines bestimmten Abschnittes untersucht (Sequenzierung), welche bei Haus- und Wildkatzen charakteristische Unterschiede aufweisen.

Die in der Haarprobe gefundene Basensequenz kann nun mit vielen bekannten Proben von Haus- und Wildkatzen verglichen werden. Je nachdem, wie sehr die gefundene Probe den Vergleichsmustern ähnelt, kann eine Probe einer Hauskatze, einer Wildkatze oder einem Mischling zugeordnet werden.
Bei fünf zwischen April und Juni 2007 gesammelten Haarproben aus dem Thayatal entsprechen diese den bekannten Wildkatzenproben. Außerdem steht aufgrund der gefundenen DNA - Sequenzen fest, dass die fünf Proben von mindestens zwei Tieren stammen. 2008 konnten zwei weitere Wildkatzen-Nachweise erbracht werden.

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Frau im Labor bei der genetischen Analyse
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Genetischen Analyse im Labor
 

Endbericht des Forschungsprojektes im Nationalpark Thayatal



Ein Lebensraum für die Wildkatze?



Um die Frage der Habitateignung des Thayatales zu beantworten, wurden die Lebensräume des grenzüberschreitenden Nationalparks Thayatal-Podyjí untersucht und ihre naturräumliche Ausstattung beurteilt. Auf der kartographischen Grundlage von Luftbildern und aufgrund seines Expertenwissens wurde durch Thomas Mölich, deutscher Zoologe, eine Lebensraumbewertung auf einer fünfstufigen Skala vorgenommen.


Karte Eignung des Nationalparks Thayatal - Podyji und seiner Umgebung als Lebensraum für die Wildkatze.
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Wildkatzen-Meldestelle



Es wurde österreichweit eine Meldestelle für Wildkatzenhinweise und -sichtungen eingerichtet. Die Personen, die Hinweise über Wildkatzen haben, können schnell und unbürokratisch ihre Informationen weitergeben. Diese Hinweise sind ein wichtiger Beitrag zur Forschung über den Status der Wildkatze in Österreich, die lange Zeit ausgestorben oder verschollen galt.

Melde- und Koordinationsstelle Wildkatze/Plattform Wildkatze
c/o | naturschutzbund | Österreich


Projektleitung: Ingrid Hagenstein
Meldungen/Hinweise: Magdalena Meikl, MSc

Tel.: + 43 (0)662/64 29 09-13

wildkatze@naturschutzbund.at
info@wildkatze-in-oesterreich.at

Online Fragebogen für Wildkatzensichtungen
Wildkatze seitlich.
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Neue Wildkatzennachweise



Eine tote Katze aus dem Mittelburgenland konnte eindeutig als Wildkatze bestimmt werden.
Die jüngsten Ergebnisse der genetischen Untersuchung der Haarproben durch die Wildtiergenetik des Forschungsinstituts Senckenberg brachten eine kleine Sensation: Eine tote Katze aus dem Mittelburgenland konnte eindeutig als Wildkatze bestimmt werden. Eine weitere genetische Untersuchung der Firma ecogenics in der Schweiz bestätigt das Ergebnis!